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The Traffic

Wenn ich so am Sonnenuntergang vorbeifahre, denke ich, sie war den ganzen Tag da und erst jetzt habe ich sie beachtet. Der rote Ballen, der die Wolkendecke des vergangenen Tages in ein buntes Meer verwandelt, der Duft des nassen Grases. Die Luft, die sich vom Tag erholt und irgendwie frischer scheint als sonst. Der einzige Wunsch, der jetzt noch offen steht, die Ruhe dieses Geschehens in sich auf zu nehmen und mit dem ganzen Eins zu werden. Oft ist es schwierig sich zu befreien, von dem Stress des Tages der Unruhe die einen hektisch durch die Stunden treibt. Schnell, schnell, Profit, Profit! Alles interessiert was sich zu Geld machen lässt.Er spukt in unseren Köpfen, der Geist unserer Gesellschaft. Warum kann er mich nicht in Ruhe lassen! Ich will Ruhe! Ich brauche Pausen! Doch dieser Weg ist schwierig, zu schwierig. Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, ist ein bekanntes Wort, dass viele Menschen oft gebrauchen. Und wenn das nicht abgedroschen klingen würde, würde es wie die Faust auf´s Auge passen. Denn es gibt Möglichkeiten, wir können gegen den Strom schwimmen! Wir können auch wieder Glück erleben! Wir müssen nur aufwachen aus unserem Schlaf in dem Strom unserer Gesellschaft.

Wir müssen ausbrechen in eine Versöhnung mit uns selbst.
Wir müssen anfangen wieder zu lieben, und uns vor Gefühlen nicht zu verschließen.
Wir müssen hinter unserer Fassade hervorkommen.
Wir müssen die Schuld wieder bei uns selbst suchen.
Wir müssen wieder echt werden.
Und wir müssen zugeben das wir dabei scheitern uns zu Gott zu machen.
Wir müssen zugeben, dass es ihn doch gibt!
Danke!

Auf dem Hügel

Mondlicht tanze!
Ich warte schon auf dich.
Wind spiel mir ein Lied!
Ich habe dich lange nicht gesehen.
Stern sing für mich!
Ich schaue dich so gerne an.
Bäumchen renn' mit mir!
Du hast dich ewig nicht bewegt.
Taschenlampe funkle!
Die Wölfe sollen mich ruhig sehen.

Morgengrauen

Es ist Nacht. Dunkelheit umgibt die Hälfte der gesamten grauen Welt. Wiesen, Wälder, Häuser und Menschen sind umschlungen vom Schwarz der Tagesschwester. Auch wir sind inhaliert vom Dunkel. Unsere schwarzen Gewänder verschmelzen mit unserer Umgebung. Und doch sind wir nicht ganz verloren. Tief in uns leuchtet gar hell ein Licht. Grad wie der Mond am sternenklaren Nachthimmel. Uns verbindet die Liebe zueinander. Unsere Seelen hocherfreut und leuchten stark. Jeder kann es sehen, jeder soll es sehen. Wir sind ein Paar und lieben uns. Nichts auf der Welt könnte uns je trennen. Gemeinsam gingen wir, den Tagesanbruch zu schauen. Spät die Nacht und früh der Morgen. Auch ein paar Vögel waren schon wach und unterhielten uns mit ihrem Gezwitscher. Ein lauer Morgenwind unterstrich diese konzerthafte Situation. Das Gras, in dem wir lagen, wirkte erfrischend. Tat unseren erhitzten Gemütern gut. Wir unterhielten uns und warteten rauchend auf den Sonnenaufgang. Welch erhebendes Gefühl, dieses Schauspiel mit dir erleben zu dürfen. Welch romantischer Moment als die ersten Sonnenstrahlen die Erdkrümmung überwanden. Es gab nie einen schöneren Sonnenaufgang, den ich schauen durfte. Allein mit dir, umgeben von erwachender Natur. Der Morgen schien so wunderschön. Doch nun zerrissen von unseren gellenden Schreien. Unromantisch war's als weitere Strahlen des Feuerplaneten auf uns trafen und wunderliche Schmerzen bereiteten. Du lagst in deinem Blut und schriest um Hilfe, als dein kochendes Blut deine Haut von deinen Knochen riss. Wie war ich hilflos als ich meine Hand auf deine erste Wunde legte. Denn weitere platzen auf und dein Blut quoll aus ihnen heraus. Meine Hilflosigkeit wandelte sich in Ohmacht als dein Oberkörper zerbarst. Als ich wieder erwachte war es Nacht. Dunkelheit umgab die Hälfte der gesamten grauen Welt. Wiesen, Wälder, Häuser und Menschen waren umschlungen vom Schwarz der Tagesschwester. Auch ich war inhaliert vom Dunkel. Mein schwarzes Gewand verschmolz mit meiner Umgebung. Und doch war ich nicht ganz verloren. Denn neben mir leuchtete gar hell ein Licht. Grad wie der Mond am sternenklaren Nachthimmel.

Liebe

Ein Haus ohne Fenster
Ein Spiegel ohne Bild
Ein Friedhof ohne Gräber
Licht ohne jede Sicht

Das Haus zerfallen
Der Spiegel zerbrochen
Der Friedhof verwildert
Das Licht ausgebrannt

Das Herz gebrochen
Das Ich geknickt
Den Mensch verraten
Die Hoffnung zerstöert

Ein Herz ohne Liebe
Ein Ego ohne Selbstwert
Ein Mensch ohne Fehler
Hoffnung, nur ein leeres Wort

Entsteinerung des Augenblicks

Wasser zu Wasser, Mensch zu Leben - Da sein und nicht da sein. Abläufe und Wiederholungen, Muster und Schablonen. Abdruck oder Original. Ich berühre den Sonnenuntergang, gehe unter und erlebe Auferstehung. Täglich fühle ich wie der Beton zerbirst unter der Kraft eines einzigen Löwenzahns. Die Gegenwart wartet auf meinen Zuspruch. Ich atme ein. Berühre mich. Breite meine Flügel aus. Die Einzigartigkeit des Augenblicks - ich stehe und halte an. Und das Bewusstsein auf der anderen Seite - ein Knopfdruck kann alles auslöschen. Hinter der Mauer wetzt die Sense der Tod. Die Sense lacht. Der Tod ist aus Papier. Trotz offener Tür, verlasse ich den Käfig nicht. In das Dunkel einkehren ohne Licht. Mich trauen mir selbst ins Gesicht zu sehen. Sand rieselt auf meine Haut. Das ist die eigne Fremde. Sie lächelt mich an. Ihr Name ist Abdruck. Wenn die Kulisse zu leben beginnt und ich in ihr zur Marionette erstarre hat Sie mich. Ich wache auf mitten im Trott. Berühre den Boden. Es riecht nach Leben, Erde, Bewegung, Schweiß. Die andere Perspektive. Grenzen aufheben. Verwandeln. Nenn es Veränderung. Werde was in mir Ist. Ich verlasse das Plakat. Befreie mich von meiner eigenen Überzeugung. Ich bin mein eigenes Schicksal. Ich bin der Narr. Ich werde Leben.

Das Leben ist zu kurz für eine Werbung.Die Nacht ist der Tag. Das Ende ist der Anfang. Ich schmecke den Staub. Ich trinke die Sehnsucht. Ich atme die Heiligkeit. Ich trete aus der Retrospektive. Ich strauchle, ich falle um aufzustehen. Der Mann mit den Antworten ist aus Stein. Die Stimme aus dem Kopf ist archiviert. Niemand soll sagen es ist vorbei. Ich tauche auf. Die Sonne wärmt mich. Mein Herz schlägt jede Sekunde Dankbarkeit. Ich spüre auf einmal meine Flügel. Im Auge mein Blick. Hinter der Tür ist wieder eine Tür. Aber jede Tür ist nach der Freiheit.

Traffic

Looking for reflection
Makes me think of another direction
Join in compassion
Is like whipped cream - in fashion
Come on get an impression
Of the things confusing circulation
There's traffic
Traffic in my head
Traffic all around me
Chasing me
My words are on vacation
While I am searching for the final location
Moonlight interruption
Destroys my mind - construction
Come on get a confirmation
Of the things confusing circulation
There's traffic
Traffic in my head
Traffic all around me
Chasing me
Forging civilization
Amazing population
Life full of pollution
Veils trough a spider web solutions
Come on get satisfaction
Of the things confusing circulation
There's traffic
Traffic in my head
Traffic all around me
Chasing me

Verkehr?

Das Thema Leben ist sehr weit gefächert und kann niemals einzeln und zielgerichtet auf Papier gebracht werden. Sein Leben zu leben ist dennoch Inhalt vieler hier veröffentlichter Texte. Dazu gehört auch THE TRAFFIC, von Sebastian Kluge zwischen dem 17.7 und 26.7.2001 geschrieben. Nach einer lebhaften Diskussion im Winter 2001/2002 über das Leben und Verleben entstand die Idee, diese fragmentarische Gedankensammlung neu zu interpretieren (schriftlich als auch bildlich). Diese Neuinterpretationen sind hier zusammengetragen. Dazu gekommen sind auch Texte und Bilder die unabhängig von THE TRAFFIC entstanden sind, dennoch gut dazu passen. Wir wünschen viel Lesevergnügen.

Die Autoren

TEXTE:

Seite 1 - The Traffic, Sebastian Kluge
Seite 4 - Auf dem Hügel, Christine Ohm
Seite 5 - Entsteinerung des Augenblicks, Eckhard Häßler
Seite 7 - Traffic, Christine Ohm
Seite 8 - Liebe, Sebastian Kluge
Seite 9 - Morgengrauen, Christian Prehm
Seite 12 - Ich glaube, Eckhard Häßler
Seite 13 - The Traffic!, Christian Beyer

BILDER:

Cover - Traffic, Eckhard Häßler
Seite 3 - Auf dem Hügel, Klaus Goldkuhle
Seite 6 - Metamorphose, Eckhard Häßler
Seite 11 - Standpunkt, Eckhard Häßler
Seite 14 - Ohne Titel, Christine Ohm


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