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Die Bibelrolle

Texte von Jörg Zink und Bilder von Jugendlichen
zum Jahr der Bibel 2003 nach Auszügen aus der
Offenbarung des Johannes

Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und
der da kommt, der Allmächtige. Offenbarung 1,8

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Aber nach
vielen Jahr- millionen war der Mensch endlich klug
genug. Er sprach: "Wer redet hier von Gott? Ich
nehme meine Zukunft selbst in die Hand."
Er nahm sie und es begannen die letzten sieben Tage
der Erde.

Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Offenbarung 3,16

Am Morgen des ersten Tages beschloss der Mensch,
frei zu sein und gut, schön und glücklich. Nicht
mehr Ebenbild eines Gottes, sondern ein Mensch.
Und weil er etwas glauben musste, glaube er an die
Freiheit und an das Glück, an den Wohlstand und an
den Fortschritt, an die Planung und seine Sicherheit.
Denn zu seiner Sicherheit hatte er den Grund zu
seinen Füßen gefüllt mit Raketen und
Atomsprengköpfen.

Und der dritte Teil der Wasser wurde zu Wermut, und viele Menschen starben an den Wassern, weil sie bitter geworden waren. Offenbarung 8,11

Am zweiten Tage starben die Fische in den
Industriegewässern, die Vögel am Pulver aus der
chemischen Fabrik, das den Raupen bestimmt war,
die Feldhasen an den Bleiwolken von der Straße,
die Schoßhunde an der schönen roten Farbe der
Wurst, die Heringe am Öl auf dem Meer und an dem
Müll auf dem Grunde des Ozeans. Denn der Müll
war aktiv.

Und in jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und nicht finden, sie werden begehren zu sterben und der Tod wird von ihnen fliehen. Offenbarung 9,6

Am dritten Tage verdorte das Gras auf den Feldern
und das Laub an den Bäumen, das Moos an den
Felsen und die Blumen in den Gärten. Denn der
Mensch machte das Wetter selbst und verteilte den
Regen nach grauem Plan. Es war nur ein kleiner
Fehler in dem Rechner, der den Regen verteilte.
Als sie den Fehler fanden, lagendie Lastkähne
auf dem trockenen Grund der schönen Flüsse.

Halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme! Offenbarung 3,11

Am vierten Tage gingen drei von vier Milliarden
Menschen zugrunde. Die einen an den Krankheiten,
die der Mensch gezüchtet hatte, denn einer hatte
vergessen, die Behälter zu schließen, die für
den nächsten Krieg bereit standen. Und ihre
Medikamente halfen nichts. Die hatten zu lange
schon wirken müssen in Hautcremes und
Schweinelendchen. Die anderen starben am Hunger,
weil etliche von ihnen den Schlüssel zu den
Getreidesilos versteckt hatten. Und sie fluchten
Gott, der ihnen doch das Glück schuldig war. Er
war doch der liebe Gott!

Und ihm wurde Macht gegeben, zu kämpfen mit den Heiligen und sie zu überwinden. Offenbarung 13,7

Am fünften Tage drückten die letzten Menschen
den roten Knopf, denn sie fühlten sich bedroht.
Feuer hüllte den Erdball ein, die Berge brannten,
die Meere verdampften und die Betonskelette in
den Städten standen schwarz und rauchten. Und die
Engel im Himmel sahen, wie der blaue Planet rot
wurde, dann schmutzig braun und schließlich
aschgrau. Und sie unterbrachen ihren Gesang für
zehn Minuten.

Ich kenne deine Werke: Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot. Offenbarung 3,1

Am sechsten Tage ging das Licht aus. Staub und
Asche verhüllten die Sonne, den Mond und die
Sterne.Und die letze Küchenschabe, die in einem
Raketenbunker überlebt hatte, ging zugrunde an der
übermäßigen Wärme, die ihr gar nicht gut bekam.

Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein. Offenbarung 21,4

Am siebenten Tage war Ruhe. Endlich. Sie Erde war
wüst und leer und es war finster über den Rissen und
Spalten, die in der trockenen Erdrinde
aufgesprungen waren. Und der Geist des Menschen
irrlichterte als Totengespenst über dem Chaos. Tief
unten in der Hülle aber erzählte man sich die
spannende Geschichte von dem Menschen, der seine
Zukunft in die Hand nahm und das Gelächter dröhnte
hinauf bis zu den Chören der Engel.

Bild 1: Airbrushgruppe
Bild 2: Juliane Piper
Bild 3: Sarah Settgast
Bild 4: Josefine Häßler
Bild 5: Eckhard Häßler
Bild 6: Christine Ohm
Bild 7: Johannes Schroeter
Bild 8: Johan Achermann

Am Ende war der Anfang
Am Anfang war der Ton
Am Anfang war der Mensch
Am Anfang war das Tier
Am Anfang war die Entwicklung
Aller Anfang ist schwer
Am Anfang war der Schrei
Am Anfang war die Berührung
Am Anfang war schwarz weiß
Am Anfang war die Toleranz
Ich habe nicht angefangen
Am Anfang war der Augenblick
Am Anfang war die Bescheidenheit
Am Anfang war das Ich
Am Anfang war das Ende


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